Die Nachbarländer Europas bieten als eine Zone potentiell hoher Dynamik menschliche Ressourcen, kulturelle Vielfalt und erneuerbare Energien. Politische Umbrüche und Konflikte behindern allerdings ihre Entfaltung und führen zu Flüchtlingsströmen, ethnischen Konflikten und auch zu neuen Hegemonialansprüchen Chinas, Russlands und der Türkei. Populismus und Renationalisierungstendenzen stellen das Europäische Projekt in Frage. Eine aktive Nachbarschaftspolitik Europas kann die Nachbarn – von Eurasien über den Schwarzmeerraum, den Nahen und Mittleren Osten und Afrika – zu Partnern machen. Sie soll gleichzeitig den Aufbau eigenständiger Strukturen unterstützen sowie Jugend, Frauen und NGO´s stärker in den Reformprozess einbeziehen. Dies würde auch die Position Europas in der Globalisierung stärken. Dafür muss internationales Kapital angeworben, Investitionen und Technologietransfer gestärkt und die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen ausgebaut werden. Fehler der bisherigen Entwicklungshilfe müssen dabei vermieden werden.
Die Querdenkerplattform entwickelt interdisziplinär eine Nachbarschaftspolitik, die diesen neuen Anforderungen entspricht. Die Vorschläge können für den EU-Afrika-Gipfel Ende November und die weitere Europäische Politik, insbesondere der Österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2018, eine Grundlage bieten. Positive Erfahrungen Österreichs mit der Osterweiterung der EU, aber auch bei alternativen Energien, Biotechnologie und in der Kommunikation mit anderen Kulturen sollen genutzt werden.
Programm
Begrüßung: Helene Schuberth (OeNB)
Studienpräsentation: Karl Aiginger (Querdenkerplattform: Wien-Europa, WU- Wien)
Kommentar: Wolfgang Petritsch (Präsident der Austrian Marshall Plan Foundation)
Videobotschaft: Johannes Hahn (EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik)
Podiumsdiskussion unter der Moderation von Roland Adrowitzer (ORF):
Karl Aiginger
Konstantin Huber (BMF Internationale Finanzinstitutionen, Exekutivdirektor Weltbank)
Christoph Kuhn (Europäische Investitionsbank bzw. Vertretung EIB – tba)
Wolfgang Petritsch
Barbara Weghofer (Peace Building Advisor, Kenya)