Informationen aus der Abteilung Gesundheitsökonomie 4/2015 - Gesundheit Österreich GmbH
________________________________ [cid:image003.jpg@01D112FD.A4272630] ________________________________ Self Care Kosten-/Nutzenanalyse von Selbstversorgungsinitiativen in der Europäischen Union Europäische Gesundheitssysteme müssen bedingt durch strenger werdende ökonomische Regimes und Druck auf öffentliche Finanzen die Ausgabenentwicklung moderat halten und dürfen gleichzeitig die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung qualitativ nicht begrenzen. Als ein taugliches Mittel zu solchen Effizienzsteigerungen wird die Selbst- oder Laienversorgung der Bevölkerung gesehen. Gezielte Initiativen, wie etwa internet- oder telefonbasierte Informationsdienste, aber auch Veränderungen in den Erstattungs- und/oder Verschreibungsregimes von Medikamenten können dieses Bestreben forcieren. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme bestehender Selbstversorgungsinitiativen in Europa untersuchte die GÖG GHÖ im Auftrag von DG SANTE (1) internet- oder telefonbasierte Informationsdienste, (2) veränderte Erstattungsregimes für zuzahlungsbefreite Populationen („Minor Ailments Schemes“) sowie (3) veränderte Verschreibungsregimes von Medikamenten („Independent Prescribing“) in Hinblick auf deren Kosten und Nutzen. Die Kosten-/Nutzenanalyse berücksichtigt dabei unterschiedliche Perspektiven und erlaubt damit Ausmaß und Richtung des Nettonutzens differenziert nach Patienten-, Anbieter-, Zahler- sowie gesellschaftlicher Dimension zu betrachten: Die bereits implementierten Selbstversorgungsinitiativen bringen insbesondere aus Patientensicht höheren Nutzen - bedingt durch Zeiteinsparungen bei ärztlichen Kontakten - wobei dieser Nutzen sogar gegebenenfalls höhere Selbstzahlungen für Medikamente übertrifft (keine höheren Selbstzahlungen bei sog. „Minor Ailment Schemes“). Für ambulante Gesundheitsversorger führen entfallende Einnahmen zu einem negativen Nettonutzen, während aus Zahlerperspektive die zum Teil entfallende Erstattung für eine geringere Anzahl verschriebener Medikamente als Nutzen verbucht werden kann. Wird der höhere Beratungsaufwand bei Medikamentenabgabe nicht abgegolten, kommt es auch auf Apotheken-Ebene zu erhöhtem Aufwand und damit negativem Nettonutzen. Inwiefern ein gesellschaftlicher Nettonutzen erzielt werden kann, hängt in weiterer Folge von den laufenden betrieblichen Kosten der Selbstversorgungsinitiativen ab, die im Regelfall die Zahler und Zahlerinnen unmittelbar übernehmen. Nach Analyse der unterschiedlichen Initiativen tritt v. a. mit internet- oder telefonbasierten Informationsdiensten auch bei vergleichsweise geringen Verhaltensänderungsquoten (rund 5 Prozent vermiedene ärztliche Kontakte) bereits ein positiver gesellschaftlicher Nutzen ein, ebenso bei allfälligen Veränderungen des Erstattungsregimes. Link zum Bericht: http://ec.europa.eu/health/patient_safety/docs/2015_selfcaresystemsstudy_en.... Nicht medikamentöse Prävention und Therapie bei leichter und mittelschwerer Alzheimer-Demenz und gemischter Demenz – Systematischer Review Die systematische Übersichtsarbeit referiert Evidenz zu einem breiten Spektrum möglicher Interventionen und Maßnahmen hinsichtlich nichtmedikamentöser Prävention und Therapie von Alzheimer-Demenz und gemischter Demenz. Dazu zählen Interventionen in den Bereichen Kognition, Bewegung und Ernährung, Multikomponenten-Interventionen und sonstige Interventionen (z. B. Musiktherapie). Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung der österreichischen Demenzstrategie ein. Für die konkrete Umsetzung der einzelnen Interventionen und Maßnahmen müssen die Implementierungsmöglichkeiten noch geprüft werden. Der Bericht wurde auf der Homepage des BMG veröffentlicht: http://www.bmg.gv.at/home/Schwerpunkte/Krankheiten/Demenz/Nicht_medikamentoe... Artikel zu „Health Technology Assessment an der Gesundheit Österreich GmbH“ Die deutsche „Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen“ befasste sich in ihrem „Bericht aus der Praxis“ mit Health Technology Assessment (HTA), Evidence-based Medicine (EbM) und Evidence-based Public Health (EbPH) an der GÖG und beleuchtet dabei die Nationale HTA-Strategie, den Stellenwert von HTA und GÖG-Aufgaben im Kontext der Gesundheitsreform 2013. Unter folgendem Link kann der Artikel bis zum 16. November 2015 kostenfrei abgerufen werden: http://authors.elsevier.com/a/1Rn416eGl105XJ Internationale Pharma-Konferenz Am 12. und 13. Oktober 2015 fand in Wien zum dritten Mal die internationale PPRI-Konferenz statt. PPRI steht für Pharmaceutical Pricing and Reimbursement Information und repräsentiert ein Netzwerk von Behörden für Arzneimittelpreisbildung und -erstattung aus 46 Ländern, das gerade sein zehnjähriges Bestehen feiert. Die Konferenz stand unter dem Titel „Pharmaceutical Pricing and Reimbursement Policies: Challenges Beyond the Financial“. Hochpreisige Medikamente, Biosimilar-Medikamente und Horizon Scanning waren zentrale Themen der Konferenz. Hochrangige Referenten und Referentinnen diskutierten mit den an der Konferenz Teilnehmenden Vorschläge zu alternativen Preisbildungsstrategien, Nahtstellenmanagement und Kooperationsinitiativen. Die Konferenz wurde von zirka 260 Teilnehmern/Teilnehmerinnen aus 56 Ländern besucht. Eine Nachlese (Präsentationen, das Conference Supplement des Fachjournals Journal of Pharmaceutical Policy and Practice, Abstract Poster Book, Country Poster Book) sowie Fotos von der Veranstaltung finden sich auf der Konferenzwebsite: http://whocc.goeg.at/Conference2015/ Treffen der WHO-Kooperationszentren Am 14. Oktober 2015 trafen sich an der GÖG Vertreter/innen der Weltgesundheitsorganisation mit Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen von acht WHO-Kooperationszentren und vier weiteren renommierten Forschungseinrichtungen, die im Bereich Arzneimittelpolitik tätig sind. Das Treffen diente dem Austausch über Aktivitäten und einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen WHO und den WHO-Kooperationszentren. Diese von der WHO ernannten Referenzzentren unterstützen die Arbeit der WHO mit Forschung und Lehre. Gastgeber war das an der GÖG angesiedelte WHO-Kooperationszentrum für Arzneimittelpreisbildung und –erstattung. ________________________________ Kommende Veranstaltung Univ.-Prof. Dr. Gerald J. Pruckner spricht im nächsten Colloquium Gesundheitsökonomie an der Gesundheit Österreich zum Thema: Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung. Welche Rolle spielen Anreize? Dienstag, 3. November 2015, 17.00 –18.30 Uhr Gesundheit Österreich GmbH, UG S 1 Eingang: Biberstraße 20, 1010 Wien Wir freuen uns auf Ihr Kommen und ersuchen um Anmeldung unter: ghoe@ghoe.at<mailto:ghoe@ghoe.at> ________________________________ Medieninhaber und Herausgeber: Gesundheit Österreich GmbH Für den Inhalt verantwortlich: Abteilung für Gesundheitsökonomie Stubenring 6, 1010 Wien Österreich E-Mail: ghoe@goeg.at<mailto:ghoe@goeg.at> Offenlegung nach § 25 Mediengesetz unter: www.goeg.at<http://www.goeg.at> Wenn Sie keine weiteren Informationen der Abteilung Gesundheitsökonomie an der Gesundheit Österreich GmbH beziehen möchten, antworten Sie bitte auf diese E-Mail mit dem Betreff „Abmeldung<mailto:ghoe@goeg.at>“ .
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